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Wie man übergroße Würfelpools vermeidet

25. Juli 2014

Vor allem Spieler von Freischaffenen Jägern haben ein Problem bei HeXXen 1730, das ich in dieser Form nicht erwartet hatte: Sie erhalten schon auf relativ niedrigen Stufen (sagen wir 5 bis 6) extrem hohe Würfelpools bei ihren Angriffswürfen. Natürlich müssen dazu einige Faktoren zusammenkommen: Man muss entsprechende Talente wie „Voll bewaffnet“, „Erzfeind“ und „Angriff von hinten“ gesteigert haben, um hierdurch zusätzliche Würfel zu bekommen. Und wenn man dann mit mehreren Waffen einen Erzfeind von hinten angreift, kann der Würfelpool auch schon mal auf 20 oder mehr Würfel steigen. Und die passen nur sehr schlecht in einen Würfelbecher. Die folgenden Überlegungen sollen helfen, die Zahl der Würfel in den Griff zu bekommen, ohne etwas an den Regeln zu verändern.

Option #1: Würfelpool splitten. Diese Option wird bereits im Grundregelwerk erwähnt: Anstatt die volle Zahl an Würfeln rollen zu lassen, halbiert man den Würfelpool einfach und verdoppelt die Erfolge. Bei ungeraden Pools werden einzelne Würfeln nachgerollt. Statistisch gesehen ändert sich dadurch langfristig nichts. Natürlich ist es bei geraden Würfelpools mathematisch unmöglich, eine ungerade Zahl an Erfolgen zu würfeln. Wem das nichts ausmacht, der ist mit dieser Methode gut bedient.

Option #2: 5er-Packs. Anstatt alle Würfel in den Becher zu packen, würfelt man mehrfach in 5er-Packs (ggf. auch 10er-Packs je nach eigener Präferenz). Die Erfolge werden beiseite gelegt, der Pack dann jeweils wieder aufgefüllt und weiter gewürfelt. Die Methode hat den Nachteil, dass sie den Spielfluss hemmt, gerade wenn ein Freischaffener Jäger mehrere Angriffe pro Runde ausführt. Daher nur bedingt zu empfehlen.

Option #3: Freiwillige Einschränkungen. Jeder Spieler eines Freischaffenen Jägers sollte sich fragen, ob er überhaupt so viele Würfel benötigt. Die Talente „Erzfeind“, „Angriff von hinten“ und „Voll bewaffnet“ geben alle Bonus-Würfel. Man muss sich fragen, ob es nicht reicht, nur maximal zwei dieser drei Talente zu wählen. Auch optionale Würfel durch Waffen wie Langschwert oder Degen müssen nicht zwangsweise in die Waffenkammer des Freischaffenen Jägers. Wer auf optionale Waffenregeln nicht verzichten will, ist auch mit Dolchen oder Äxten gut bedient (beide ignorieren Panzerung, anstatt mehr Würfel zu geben).

Option #4: Nachwürfeln. Anstatt Bonus-Würfel durch Talente direkt auf den Würfelpool zu addieren, kann man sie auch zum freien Nachwürfeln benutzen. Man führt dann einen normalen Angriff mit Attribut + TW (Waffe) und ggf. weiteren Bonuswürfeln durch optionale Waffen aus. Anschließend werden die Misserfolgs-Würfel zum Nachwürfeln benutzt. Man addiert dann einfach alle TW, die Bonus-Würfel geben (Erfeind, Voll bewaffnet, Angriff von hinten) und würfelt diese Zahl an Misserfolgen nach. Anschließend kann man immer noch Kraftanstrengungen/Konzentrationen ausführen.

Option #5: Zufallstabellen. Anstatt am Spieltisch zu würfeln, kann man sich auch im Vorfeld eine oder mehrere karierte Seiten mit Zahlen von 1-6 füllen (in jedem Kästchen eine Zahl). Die entsprechenden Felder müssen natürlich nacheinander mit einem W6 ausgewürfelt werden, was etwas Zeit beansprucht. Möglicherweise gibt es dazu entsprechende Software (hier bin ich leider überfragt). Wenn es dann zur Probe kommt, streicht man einfach die nächsten Karo-Kästchen ab und zählt die 5en und 6en. Hat natürlich den Nachteil, dass man vorab schon seine Erfolge kennt. Ist aber bei hohen Würfelpools (sagen wir 15+) nicht weiter schlimm, da sich die Erfolge immer mehr auf eine statistische Mitte einpendeln. Für kleinere Würfelpools nicht ratsam!

Option #6: Würfel-Apps. Und schließlich gibt es Spieler, die verzichten ganz auf materielle Würfel und führen ihre Würfe mit Hilfe moderner Software durch, oftmals begleitet vom Geräusch fallender Würfel. Entsprechende Programme bzw. Apps gibt es meines Wissens mehrere. Wichtig ist am Spieltisch, dass die anderen Spieler sowie der Spielleiter erfährt, wann die App aktiv benutzt wird. Mein Tipp: Der Spieler, der eine solche Würfel-App verwendet, rollt einen einzelnen Würfel auf dem Spieltisch, um seinen „aktiven Zustand“ anzuzeigen. Dann aktiviert er den computersimulierten Wurf – der dann natürlich unwiderbringlich zählt.

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One Comment leave one →
  1. 30. Juli 2014 09:34

    Ich kenne das Problem aus Shadowrun; dort gibt es ja auch die Option, anstatt zu würfeln, sich Erfolge zu kaufen (allerdings im ungünstigeren Verhältnis 1:4 statt der statistisch korrekteren 1:3).

    Meine bevorzugte Lösung (aus SR- und Tabletoperfahrung): kleinere Würfel verwenden, z.B. die 12mm-Würfelchen, die’s in halbwegs günstigen 36er-Boxen gibt.

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